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Brief des Präsidenten |
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WIEN, im März 2010
Liebe Alt-Neustädter Kameraden!
In den vergangenen Wochen hat sich das Österreichische Bundesheer in einer massiven medialen Flutwelle befunden, die über weite Strecken den Charakter einer harten innenpolitischen Auseinandersetzung angenommen hat. Dabei kamen die aufgepeitschten Wellen aus den unterschiedlichsten Richtungen und Interessenslagen und ich gehe davon aus, dass sich die eine oder andere Welle nochmals aufschaukelt. Diese Wellen werden das Bundesheer nicht umwerfen und es wäre durchaus mehr Gelassenheit angebracht, was aber nicht gleichbedeutend mit einem Verschließen der Augen angesichts der zu lösenden Probleme ist.
Es ist jedoch bemerkenswert, dass manchmal auch Heeresangehörige nicht widerstehen können, sich an Pressekampagnen zu beteiligen – aus welchen Gründen auch immer. Es ist weiters bemerkenswert, dass die in der Öffentlichkeit auftauchenden Zahlen und Daten schlichtweg falsch sind und es ist letztlich für mich befremdend, dass Indiskretionen in unserem eigenen Bereich scheinbar immer noch als Kavaliersdelikt betrachtet werden und nicht als vorsätzlicher Bruch von Gesetzen und Erlässen.
Zweifellos gibt es einen hohen Sanierungs- und Beschaffungsbedarf, der nicht „kleingeredet“ werden darf. Bereits im Vorjahr habe ich mich hiezu und zu den damit im Zusammenhang stehenden Budgetzahlen unmissverständlich geäußert und nichts „schöngeredet“ - und bin dafür auch von einem Teil der Medien mit Häme bedacht worden.
Jetzt wird so getan, als stünden wir vor einem Trümmerhaufen, man sorgt sich – mehr oder weniger ehrlich - um die Einsatzbereitschaft des Österreichischen Bundesheeres. Letztendlich wirkt dies alles nicht sehr motivierend auf junge Österreicherinnen und Österreicher, die sich eine berufliche Zukunft bei uns vorstellen können und die aber letztlich durch das vermittelte Bild einer desolaten Firma von ihrem Schritt in das Heer abgehalten werden.
Dieses Bild entspricht aber keiner Weise der Realität und es handelt sich nicht um eine Art von Realitätsverlust, wenn ich mit berechtigtem Stolz auf die erwiesene Leistungsfähigkeit der Soldatinnen und Soldaten - ob Miliz oder Präsenzstand - aber auch unserer Zivilbediensteten im Inland gleichwohl wie im Ausland hinweisen darf.
Auch verweise ich darauf, dass – trotz der Budgetknappheit – die Beschaffung wichtiger Gerätschaften angelaufen ist. Ich denke dabei beispielsweise an die geschützten Mehrzweckfahrzeuge, an Flachwasserboote oder das neue Truppenfunksystem „Conrad“.
Lassen wir uns das Selbstbewusstsein und den Willen zur ungebrochenen Wachsamkeit nicht nehmen und richten wir den Blick nach vorne und – packen wir die Probleme an….
General Mag. Edmund ENTACHER Präsident der Vereinigung Alt-Neustadt |
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